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Minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan spielen seit dieser Saison in der A-Jugend des Fußballklubs mit -
Egidius-Braun-Stiftung honoriert das Engagement des TuS mit 500 €

Der Zustrom von Menschen, die aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen und Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben wurden, stellte auch die Fußballklubs aus der Region vor eine Herausforderung. Viele Vereine sind sich ihrer wichtigen sozialen Rolle bewusst und übernahmen Verantwortung bei der Integration von Flüchtlingen. So auch der TuS Reichshof, der nun von der Egidius-Braun-Stiftung ausgezeichnet wurde - verbunden mit einer Spende über 500 €.
Unweit des Sportgeländes in Eckenhagen sind in einer Einrichtung des CJG St. Josefshauses unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan untergebracht. Im vergangenen Sommer entstand der erste Kontakt zum TuS. Zunächst ging es darum, ob die Jugendlichen in ihrer Freizeit auf dem Fußballplatz kicken dürfen. Der Vorstand händigte dem Betreuer einen Schlüssel für das außerhalb der Trainingszeiten abgeschlossene Eingangstor aus.

Wenig später erfolgte der nächste Schritt. „Wir haben die Jungs spielberechtigt gemacht“, sagte der Vorsitzende Burkhard Irnich. Nachdem einige bürokratische Hürden genommen worden waren, lagen die Anmeldungen für die zwölf Spieler pünktlich zum Saisonstart vor. „Damit waren wir in der angenehmen Situation, insgesamt 26 Kinder für die A-Jugend zu haben. Das ist für uns als kleiner Verein natürlich eine tolle Zahl“, so Irnich.

Anschließend galt es, die sprachlichen Barrieren zu überwinden. „Das war das größte Problem“, erläuterte Coach Torsten Jäger, der die Mannschaft zusammen mit Co-Trainer Thomas Jobs und Torwarttrainer Michael Fuchs betreut. Die Neuzugänge verstanden weder Deutsch noch Englisch oder Französisch.  Mit Unterstützung eines Bekannten und eines Schülers - Jäger arbeitet in Lüdenscheid als Deutsch- und Sportlehrer - übersetzte der Trainer zunächst die wichtigsten Fußballbegriffe in die Sprache Farsi und übte sie zusammen mit den neuen Teammitgliedern ein.

„Die Jungs hatten ihren Spaß, wenn ich in ihrer Sprache gesprochen habe“, schmunzelte Jäger. Mittlerweile ist die Verständigung kein Hindernis mehr. Die Spieler, die etwas besser Deutsch sprechen, unterstützen das Trainerteam als Dolmetscher. Irnich: „Die Integration ist wirklich gut gelungen.“ Übrigens nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene. „Drei, vier von den Jungs gehören zu den Stammkräften“, hat sich das Engagement laut Jäger auch sportlich gelohnt.

Hans-Christian Olpen, Vizepräsident des Fußballverbandes Mittelrhein, übergab den Spendenscheck im Namen der Egidius-Braun-Stiftung gestern Abend an den Vorstand. Für das Geld möchte der TuS Trainingsanzüge, Bälle und Leibchen anschaffen. „Wir sind richtig stolz auf die Vereine, die sich auf diese Weise einbringen“, erklärte Olpen.

Kritisch bewertet er, dass in jüngster Zeit vermehrt afghanische Flüchtlinge zurückgeführt würden, obwohl das Land von vielen als nicht sicher eingestuft wird. „Umso wichtiger ist, dass die Jungs gut integriert werden und die Perspektive erhalten, Teil unserer Gesellschaft zu werden. Das erhöht ihre Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen.“

 

 

 

 

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